Beethovens UnglĂĽck
An seinen Freund Franz Wegeler eröffnet er erstmals am 29.06.1801 die Katastrophe: (in dieser Zeit Komposition der 12. Klaviersonate op.26 und Christus am Ölberg op.85)

“Nun hat meine schlimme Gesundheit mir einen schlechten Stein ins Brett geworfen:  nämlich mein Gehör ist seit drei Jahren immer schwächer geworden, und das soll sich durch meinen Unterleib, der schon damals, wie Du weiĂźt, elend war, hier aber sich verschlimmert hat, indem ich ständig mit einem Durchfall behaftet war und mit einer dadurch auĂźerordentlichen Schwäche, ereignet haben.  (Dr.) Frank wollte meinem Leib den Ton wiedergeben durch stärkende Medizinen und meinem Gehör durch Mandelöl, aber Prosit! Daraus ward nichts, mein Gehör ward immer schlechter und mein Unterleib blieb immer in seiner vorigen Verfassung.... Da riet mir ein medizinischer asinus (Esel) das kalte Bad fĂĽr meinen Zustand, ein gescheiterer das gewöhnliche lauwarme Donaubad.  Das tat Wunder, mein Bauch ward besser, mein Gehör blieb oder ward noch schlechter...
Meine Ohren, die sausen und brausen Tag und Nacht fort. Ich kann sagen, ich bringe mein Leben elend zu. Seit zwei Jahren meide ich alle Gesellschaften, weils mir nun nicht möglich ist, den Leuten zu sagen: ich bin taub. Hätte ich irgend ein anderes Fach, so gings noch eher. Aber in meinem Fach ist das ein schrecklicher Zustand.

BildUm dir einen Begriff von dieser wunderbaren Taubheit zu geben, so sage ich Dir, daß ich mich im Theater ganz dicht am Orchester anlehnen muß, um den Schauspieler zu verstehen. Die hohen Töne von Instrumenten, Singstimmen, wenn ich etwas weit weg bin, höre ich nicht. Im Sprechen ist es zu verwundern, daß es Leute gibt, die es niemals merken. Da ich meistens Zerstreuungen hätte, so hält man es dafür. Manchmal hör ich den Redenden , der leise spricht, kaum, ja die Töne wohl, aber die Worte nicht. Und doch, sobald jemand schreit, ist es mir unausstehlich. Was es nun werden wird, das weiß der Himmel...

Ich will, wenns anders möglich ist, meinem Schicksal trotzen, obschon es Augenblicke meines Lebens geben wird, wo ich das unglĂĽcklichste Geschöpf Gottes sein werde....” (zitiert aus: Beethovens Briefe, Reclam)

Alltagslasten
Zu Beethovens alltäglichen Sorgen gehörte die Problematik der “Behausung”, er soll insgesamt 30 Wohnungen gehabt haben. Das viele Umziehen war kostspielig, zeitweise hatte er wegen zeitlicher Ăśberschneidungen zwei oder drei Wohnungen zu bezahlen. Mit den Haushälterinnen kam er schlecht zurecht. Sie hielten es wohl nicht bei ihm aus, er lebte bekanntlich in einem ungeheuren Chaos und hatte dazu ein recht eigenbrödlerisches Verhalten, verbunden mit den Eigenarten, die aus der Taubheit hervorgingen. Die stabilste Hauswirtschaft besorgte ihm wohl am Ende Arthur Schindler.  Mit seinem Neffen Karl, dessen sich Beethoven seit dem Tod seines Bruders 1815 annahm, hatte er wenig GlĂĽck. FĂĽnf Jahre lang fĂĽhrte er einen Rechtsstreit, bis er die Vormundschaft erhielt. Er gab ein Vermögen fĂĽr seine Erziehung aus. Karl wuĂźte wohl seine Situation auszunutzen, kam aber mit dem Leben nicht zurecht.

Beethoven suchte ĂĽber viele Jahre hindurch nach neuen Hilfsmitteln, um sein Gehör zu verbessern. “Die Mälzelsche Gehörmaschine ist die stärkste.” Er verwendete Hörrohre, die noch heute im Bonner Beethovenhaus zu besichtigen sind.

 

Teil 1 Beethovens Leben
Teil 2 Fortsetzung: Beethoven 2   (“Beethovens Person”)
Teil 3 Fortsetzung: Beethoven 3    (“Beethovens schöpferisches Lebensfeld”)
Teil 4 Fortsetzung: Sein UnglĂĽck

Klassik-Tipp: Empfehlungsliste (Discographie) Beethoven

 

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Ars Audiendi, die Heilkunst des Hörens. Bewusstes Musikhören ist ein initiatischer Weg zum Wesen, zur Essenz.
Der initiatische Weg erweitert Wahrnehmung und Bewusstsein. Er fĂĽhrt sowohl zum transzendenten Wesen der Muaik, als auch zum eigenen licitvollen Wesenskern. GroĂźe, inspirierte Musik ist eine geistige Matrix, die Informationen fĂĽr die neue Zeit vermittelt.