Weitere Zitate zur Musikmeditation

    Hazrat Inayat Khan

    AuszĂŒge aus: “Vom GlĂŒck der Harmonie”

    “Dein Raunen im Ohr meines Herzens entzĂŒckt meine Seele. Freudewogen wallen in meinem Herzen auf und bilden ein Netz, worin Dein lebendiges Wort sich wiegen möge. Allen Ă€ußeren Rufen taub, harret mein Herz geduldig Deines Wortes. O Du, im Schatzraum meines Herzens Weilender, laß Dein Wort mir wieder erklingen. Deine Stimme beseligt meinen Geist.”                (116)
     

    Cherub-Cavallini_MIN2

     

    “Was kann Musik uns lehren? Musik kann uns zur Harmonie erziehen, und darin liegt das Geheimnis oder die Magie der Musik. Wenn man angenehme Musik hört, so stellt sich die Harmonie zum Leben her. Daher braucht der Mensch die Musik, er sehnt sich nach ihr. Viele sagen, daß sie fĂŒr die Musik nichts ĂŒbrig hĂ€tten, aber diese haben noch keine Musik gehört. Wenn sie nĂ€mlich wirklich Musik gehört hĂ€tten, so wĂ€re ihre Seele berĂŒhrt worden, und sie hĂ€tten gar nicht anders gekonnt, als Musik zu lieben. Wenn nicht, dann heißt das nur, daß sie nicht genug Musik gehört haben und ihr Herz nicht ruhig war, um der Musik zu lauschen und sie zu schĂ€tzen.”(64)

     

    Eng-FraAngelico-MIN-2

     

    “Schönheit wird aus der Harmonie geboren. Was ist Harmonie? Harmonie ist das rechte VerhĂ€ltnis der Dinge und Wesen zueinander, oder auch der rechte Rhythmus. Und was ist Leben? Leben ist die Folge von Harmonie. Im Hintergrund der ganzen Schöpfung ist Harmonie, und das Geheimnis der ganzen Schöpfung ist Harmonie. Intelligenz verlangt danach, die Vollkommenheit der Harmonie zu erreichen.

    Was der Mensch GlĂŒck, Wohlbehagen, Gewinn nennt, alles, wonach er sich sehnt und was er sich wĂŒnscht, ist, Harmonie zu erlangen. Selbst in dem Streben nach den allerweltlichsten Dingen wĂŒnscht er Harmonie. Nur wendet er hĂ€ufig nicht die richtigen Methoden an. Der erreichte Gegenstand bleibt bei guten oder schlechten Methoden der gleiche, aber die Art, mit der man ihn zu erlangen versucht, kann recht oder falsch sein. Nicht das Objekt als solches ist schlecht, sondern die Methode, mit der wir es zu erreichen suchen. Niemand, in welchem Abschnitt des Lebens er auch ist, wĂŒnscht sich Disharmonie, denn alles Leiden, alle Schmerzen und Sorgen sind Mangel an Harmonie.”

    (51)

    Venus_Hofgarten_Bayreuth

     

    “In seinem tiefsten Innern sucht der Mensch nach GlĂŒck, nach Schönheit und Harmonie. Wenn er jedoch auf die Schönheit und die Harmonie, die sich ihm darbieten, nicht eingeht, vergeudet er sein Leben. Welch eine Verleugnung unseres wahren Selbst, die göttliche Schönheit, die vor uns liegt, zurĂŒckzuweisen!

    Wenn wir uns der göttlichen Schönheit rings um uns verschließen, wird sich auch die Schönheit in unserem Inneren nicht entfalten. Denn es verhĂ€lt sich so, daß die Augen der Seele im Augenblick ihrer Geburt nach außen hin geöffnet sind – das Leben im Innern sehen sie nicht. Das einzige Mittel, fĂŒr das Leben im Innern in seiner großen Schönheit zu erwachen, besteht darin, zuerst der Ă€ußeren Schönheit zugĂ€nglich zu werden. Wenn wir nicht auf unsere Welt mit all ihrer unbegrenzten Schönheit, auf die Natur und ihre Erhabenheit, auf Menschen, denen Gott innewohnt, achten, wozu sind wir dann hierhergekommen, und was haben wir hier vollbracht? Wer sie nicht beachtet, wendet sich von etwas ab, das er unablĂ€ssig sucht. Er ist sein eigener Feind. Deshalb kann er weder geistig noch religiös sein. Wenn er allem Schönen, das ihn umgibt, die Augen verschließt, kann er sich nicht begeistern.
    Wenn nur die innere Schönheit der einzige Lebenszweck wĂ€re, hĂ€tte Gott den Menschen nicht erschaffen und auf die Erde gesandt. Es ist die Schau der Schönheit auf der Erde, welche die Vision der im Geiste vorhandenen Schönheit in uns wachruft. Man sagt, sie sei sinnlich und beraube der Erleuchtung. Das geschĂ€he allerdings, wenn wir ganz in ihr aufgingen, nur noch in ihr lebten und nicht daran dĂ€chten, daß es außer ihr noch etwas anderes gibt. Denn alle Ă€ußere Schönheit ist zweifellos vergĂ€nglich. Sie geht vorĂŒber, und deshalb ist kein Verlaß auf sie. Wer ganz auf diese Schönheit baut, wer ganz in ihr aufgeht, und wer ganz von ihr befangen der ewigen Schönheit den RĂŒcken zukehrt, ist ohne Zweifel im Irrtum. Indessen hat keine Seele jemals die geistige Schönheit im Innern erschaut, ohne fĂŒr die Ă€ußere Schönheit erwacht zu sein.”

    (101)

     

    aus: “Vom GlĂŒck der Harmonie” von Hazrat Inayat Khan
    (Herder-Taschenbuch)

     



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Letzte Änderung: Donnerstag, 6. Juni 2019  


 

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Ars Audiendi, die Heilkunst des Hörens. Bewusstes Musikhören ist ein initiatischer Weg zum Wesen, zur Essenz.
Der initiatische Weg erweitert Wahrnehmung und Bewusstsein. Er fĂŒhrt sowohl zum transzendenten Wesen der Muaik, als auch zum eigenen licitvollen Wesenskern. Große, inspirierte Musik ist eine geistige Matrix, die Informationen fĂŒr die neue Zeit vermittelt.