Zur Herkunft des Begriffes “Meditation”

Das Wort MEDITATION stammt ab vom lateinischen “meditari ” = “nachsinnen, nachdenken, sich üben, vorbereiten”. Dies hat seine Wurzel im griechischen “medomai” = “ich bin auf etwas bedacht, ich ersinne”. -
Die griechische Verbform ist eine interessante Mischung zwischen aktiv und passiv, sogenannte medium-Form, eine passive Form mit aktiver Bedeutung. Das meint soviel wie: während ich “medomai” tue, geschieht mir selbst etwas. Vergleichbar im Deutschen mit der Wortbedeutung von “sich waschen”.

Die Vorsilbe “med” steht in Zusammenhang mit “etwas ermessen”. (Im Althochdeutschen wurde “med” zu “mezzon”, daraus dann “messen”.) Dieses “med” finden wir wieder in “mederi” oder “medicari” = “helfen, heilen, Abhilfe schaffen”;  “medicina” = “Heilkunde”.

In manchen Gegenden sagt man im Dialekt “Da muß ich erst darüber meditieren”, was bedeutet: im ganzen Wesen darüber nachdenken, “sinnieren”.

Das Wort “Meditation” hat etymologisch (sprachgeschichtlich) keine Verwandtschaft zu dem Wort “Mitte”, was irrtümlicherweise oft so dargestellt wird. - Wobei es natürlich ganz schön wäre, wenn es so wäre, denn Meditieren hat sehr wohl etwas mit unserer Mitte zu tun, die eigene  Mitte finden. -   “Mitte”, auf  Lateinisch “medium, medius”, lautet im Griechischen “mesos”, althochdeutsch “miti”, gotisch “mitjes”  und stammt aus dem Altindischen (!) “mätjus”. Es hat sehr viel ältere Wurzeln als “Meditation”. Zwischen “medium” und “meditari” besteht keine sprachgeschichtliche Verwandtschaft. [Kluge, Etymologisches Wörterbuch]

Ich finde es interessant, daß im Begriff der Meditation die Beziehung zur Heilkunde und zum Heilen anklingt, und wir gleichzeitig heute die Bedeutung von “Mitte” in diesen Begriff hineinlegen. In späteren Wörterbüchern wird dann zu lesen sein, daß zum Ende des 20. Jahrhunderts “Meditation” die Bedeutung von “zur Mitte finden”, oder wie Graf Dürckheim es ausdrückt “zur Mitte hin gegangen werden” erlangte. Und dies ist offensichtlich ein Aspekt des Heilungsbedürfnisses unserer Gegenwart!

Wolfgang Zeitler

 


 

 

 

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Letzte Änderung: Montag, 9. Juli 2018  

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